Sprunggelenkfraktur
von Dr. med. Petra Brückner
Inhalt:
· Sprunggelenkfraktur -
Allgemeine Übersicht
· Sprunggelenkfraktur -
Diagnostik
· Sprunggelenkfraktur -
Therapie/Rehabilitation
Sprunggelenkfraktur
-
Allgemeine Übersicht: Eine Knöchel- oder
Sprunggelenkfraktur gehört zu den häufigsten Verletzungen und reicht nach
dem Schweregrad von einfacher und stabiler bis zur komplizierten
Verstauchungsfraktur unter Mitbeteiligung des Bandapparates. Am häufigsten treten
Brüche der Knöchelgabel des Unterschenkels, dem sogenannten oberen Sprunggelenk
als Folge von Umknickverletzungen beim Sport und im Alltag auf. Sowohl für die Diagnose als auch für die Therapie der Sprunggelenkfraktur ist die Kenntnis des Unfallmechanismus bedeutsam. Dabei sind Verdrehungsfrakturen von Stauchungsfrakturen des Gelenkes abzugrenzen. Am häufigsten treten
Außenknöchelbrüche auf, die nach Weber eingeteilt werden. Dabei spielt eine
wichtige Rolle, ob die gelenknahe Bandverbindung zwischen Waden- und Schienbein
mitverletzt ist. Diese Bandverbindung (Syndesmose) verleit der Sprunggelenkgabel
Stabilität. Eine Verletzung dieser Bandverbindung führt zum Auseinanderweichen
der Knöchelgabel und stellt bei Nichtversorgung eine entscheidende Voraussetzung
zum Entstehen einer Arthrose dar. Die möglichen vielfältigen
Kombinationen zwischen Innen-, Außenknöchel-, Verletzung des Volkmannschen
Dreiecks (Ausriss der hinteren Schienbeinkante) und begleitenden
Bandverletzungen werden entsprechend vorgegebener Klassifikationen eingeteilt
und dementsprechend wird die sachgerechte Behandlung geplant.
Sprunggelenkfraktur:
Diagnostik Der Patient schildert massivsten Schmerz bei der Entstehung der Sprunggelenkfraktur, kann in den meisten Fällen die entsprechenden Extremitäten nicht mehr belasten und ihm ist aktives Bewegen des Fußgelenkes schmerzbedingt nicht - oder nur sehr eingeschränkt – möglich. Die klinische Untersuchung zeigt sehr häufig bereits äußerlich erkennbar eine Fehlstellung des Sprunggelenkes sowie eine deutliche Schwellung mit Druckschmerzhaftigkeit. Die Diagnose einer
Sprunggelenkfraktur
des oberen Sprunggelenks wird durch eine Röntgenaufnahme in 2 Ebenen gestellt,
evtl. auch bei schwieriger Fragestellung durch Zusatzaufnahmen.
Sprunggelenkfraktur:
Therapie, Rehabilitation Eine konservative Behandlung ist nur bei völlig unverschobenen Frakturen möglich (z. B. Typ Weber A). Nach Abschwellen des
Sprunggelenkes erfolgt für insgesamt ca. 6 Wochen die Ruhigstellung im
zirkulären Unterschenkel-Fuß-Gips. Im allgemeinen kann bei einer Weber A-Fraktur
sofortige Vollbelastung im Gips gestattet werden. Ein mobiler Patient mit
Weber A-Fraktur bedarf keiner stationär-rehabilitativen Maßnahme, sondern
ambulanter Behandlung.
Sollte im Ausnahmefall,
bei einer komplizierteren, d. h. Innen- und Außenknöchelfrakturen oder trimalleolären
Sprunggelenkfraktur, eine konservative Behandlung durchgeführt werden (z. B.
bei schweren Durchblutungsstörungen beider Beine), erfolgt ebenfalls nach
Abschwellen des Sprunggelenkes eine Ruhigstellen im geschlossenen zirkulären
Gipsverband für insgesamt ca. 6 Wochen.
Bei konservativ
behandelter komplizierter Sprunggelenkfraktur – bimalleolär oder trimalleolär –
sollte für ca. 4 Wochen nur eine Teilbelastung durchgeführt werden und
entsprechend der Röntgenkontrollen erst danach schrittweiser Belastungsaufbau
bis zur Vollbelastung.
Bei röntgenologischer
Durchbauung der Sprunggelenkfraktur kann die Gipsabnahme erfolgen und dann ist
der Zeitpunkt für eine umfassende krankengymnastische Übungsbehandlung zu Lande
und im Wasser und unter Ausnutzung von Mobilisationstechniken zur
Funktionsverbesserung des lange ruhiggestellten Gelenkes gegeben.
Ein intensives
Kräftigungsprogramm für die im Gips deutlich zurückgebildete Beinmuskulatur ist
notwendig. Die Gipsabnahme ist der
beste Zeitpunkt zum Beginn der stationären Rehabilitation. Das oben beschriebene
umfassende Behandlungsspektrum wird für Sie in unserer Klinik vorgehalten und
angeboten. Sollte eine operative
Therapie (z. B. bei Weber C- und Weber B-Frakturen) notwendig werden, so zielt
diese auf eine exakte Wiederherstellung der anatomischen Verhältnisse. Ein achs-
und gelenkgerechtes Korrekturresultat wird durch unterschiedliche Verfahren
erzielt (Verplattung, Verschraubung). Auch das operativ versorgte Sprunggelenk
bedarf meist einer strukturierten rehabilitativen Nachbehandlung unter
Einschluss der bereits im konservativen Bereich erwähnten Therapie-Elemente.
Insbesondere sei an dieser Stelle auf den Sinn einer täglichen
Magnetfeld-Behandlung hingewiesen (Forcierung der Knochenbruchheilung) und der
besondere Stellenwert einer manuellen Lymphdrainage im Rahmen der komplexen
Entstauungsmaßnahmen herausgestellt. Das Therapie-Medium
„Wasser“ erweist sich zeitgerecht als sehr hilfreich (unsere Klinik verfügt über
2 verschieden temperierte Bewegungsbäder).
Das Ziel des
Rehabilitationskonzeptes besteht in Bewegungsverbesserung des verletzten
Sprunggelenkes, unter Ausnutzung von vorsichtigen Mobilisationstechniken,
zeitgerechtem Belastungsaufbau des operierten Beines und letztlich Erreichen
eines harmonischen Gangbildes mit ausreichender Laufausdauer, auch auf unebenem
Gelände. Dazu wird tägliche
Gangschule ebenerdig und ggf. im Therapiegarten eingesetzt. Sollten Sie Sprunggelenksverletzungen erlitten haben, streben wir mit Ihnen gemeinsam den bestmöglichen Funktionszustand des verletzten Gelenkes an, damit das Laufen wieder Spaß macht.
Ihre Dr.
Petra Brückner
Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht Ihnen unsere Chefärztin im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz. Sie möchten diesen Artikel ausdrucken? Markieren Sie den gewünschten Text, gehen Sie in der Symbolleiste auf "Datei", dann auf "Drucken", danach "Markierung" anklicken und dann erst drucken, denn sonst verlieren Sie durch die nachfolgende Themenübersicht unnötiges Papier.
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