Fachklinik für Physikalisch-Rehabilitative Medizin und Schmerzbehandlung
Orthopädie (AHB)
 

37242 Bad Sooden-Allendorf

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Hallux valgus

von Dr. med. Petra Brückner

Inhalt: 

Hallux valgus- Allgemeine Übersicht
Hallux valgus- Diagnostik und Beschwerdebild

Hallux valgus- Therapie/Rehabilitation

Allgemeine Übersicht:

Unter Hallux valgus versteht man eine X-Fehlstellung der Großzehe. Es handelt sich um eine Abwinklung der Großzehe im Grundgelenk nach außen, Richtung Kleinzehe. Die Großzehe ist meist nach innen verdreht. Über dem typischen Großzehenballen findet sich ein häufig entzündeter und damit hoch schmerzhafter Schleimbeutel.

Druck durch einen Schuh wird dann kaum noch toleriert. Durch den ständigen „Schuhkonflikt“ bilden sich Druckstellen und „Hühneraugen“.

Die ursächliche Spreizfußstellung führt zum Ungleichgewicht der Vorfußmuskulatur. Der fehlerhafte Zug der am ersten Zeh ansetzenden Muskulatur verstärkt die Fehlstellung allmählich.  

Im Verhältnis 4 : 1 gegenüber den Männern entwickeln vor allem Frauen einen Hallux valgus, vor allem ab dem mittleren Lebensalter.

Fast immer ist der Hallux valgus Folge von Fußfehlformen wie Spreizfuß oder Plattfuß.

Konstitutionelle Bindegewebsschwäche oder eine Polyarthritis geht häufig mit einem Hallux valgus einher.  

Auch unzweckmäßiges Schuhwerk, langes Stehen oder/und massives Übergewicht führen zu einer erhöhten Belastung des Vorfußes, dadurch zur Quergewölbeabflachung, Vorfußverbreiterung und muskulärer Dysbalance im Vorfußbereich.

Hohe Absätze verlagern die Körperlast ebenfalls zu stark auf den Vorfuß.

Spitze Schuhe drängen die Großzehe in Richtung Kleinzehe und mindern deren Stützfunktion.  

Diagnostik und Beschwerdebild bei Hallux valgus:

Der Hallux valgus ist eine „Blickdiagnose“. Die Abweichung der Großzehe und der sogenannte Frostballen sind nicht zu verkennen.  

Beschwerdeführend sind Schmerzen und Druckstellen am Fuß, nicht selten begleitet von Entzündungen der druckanfälligen Regionen. Der natürliche Laufvorgang wird behindert und es kommt zu Beschwerden beim Gehen und zu einer Verkürzung der Schrittlänge. Nicht selten ist ein Hallux valgus mit Hammer- oder Krallenzehen vergesellschaftet. An den jeweilig gebeugten Flächen kommt es dann zu schmerzhaften Druckstellen, es bilden sich „Hühneraugen“ und Schwielen.  

Therapie, Rehabilitation bei Hallux Valgus:

Nicht operative (konservative) Therapien:

Vordergründig ist die Behandlung des ursächlichen Spreizfußes. Es empfiehlt sich das Tragen bequemer, fußgerechter Schuhe mit flachen Absätzen. Fußgymnastik wird mit dem Ziel durchgeführt, die Zehenbeweglichkeit zu erhöhen und die Muskulatur zu kräftigen. Fußbäder fördern die Durchblutung. Wesentlich ist die orthopädische Zurichtung von Konfektionsschuhen (Einlagenversorgung mit speziell eingearbeiteten Stützpelotten, ggf. Ballenrolle).  

Hilfsmittel wie Nachtlagerungsschienen, Spreizfußbandagen und Zwischenzehenpolster können den Hallux valgus und seine Ursache zwar nicht beseitigen, aber einer Verschlimmerung des Ballenleidens entgegen wirken.  

Alle aufgeführten konservativen Behandlungswege werden in unserer Abteilung angeboten.  

Die sehr enge Zusammenarbeit mit unserem Orthopädie-Techniker (eine entsprechende Werkstatt befindet sich in unserer Klinik) ist hervorzuheben.  

Operative Therapie bei Hallux Valgus:

Bei schwerer Fehlstellung, ständigen Schmerzen und Schuhkonflikt ist die operative Versorgung notwendig. Die Operation des Hallux valgus dient vorrangig der Wiederherstellung der Funktion und der Schmerzlinderung, erst sekundär der Kosmetik. Welche Operationsart in Frage kommt, ist u.a. vom Patientenalter und körperlicher Aktivität, vom Ausmaß der Großzehenfehlstellung und Arthrosegrad des Großzehengrundgelenkes abhängig.  

Vorzug wird Operationstechniken gegeben, die das Großzehengrundgelenk erhalten, zur Korrektur der Fehlstellung führen und eine stabile Versorgung des korrigierten ersten Mittelfußknochens erreichen.

In einem geringen Anteil der Fälle wird eine Gelenkteilentfernung durchgeführt.  

Die Ergebnisse einer Hallux valgus Operation sind, sowohl in kosmetischer als auch in funktioneller Hinsicht sehr gut und die Langzeitprognose als positiv zusammenzufassen. 

Nur in selten Fällen kommt es zu einer erneuten Großzehenfehlstellung.  

Im Rahmen der Operationsnachbehandlung werden Nachtlagerungsschienen zum Korrekturerhalt eingesetzt, tägliche Fußbäder mit Zusätzen zur Wundpflege praktiziert und temporär Spezialschuhe genutzt.  

Wir möchten Ihnen als „Fußpatienten“ ein gutes Körperbewusstsein bezüglich des Fußes vermitteln. Dazu gehört Information über fußgerechtes Schuhwerk und indikationsgerechte Fußbehandlung.  

So sollte es gelingen, dass der Großzeh seiner Bedeutung beim Abrollvorgang wieder gerecht wird.  

Ihre Dr. Petra Brückner
Fachärztin für Orthopädie,
Fachärztin für Physikalische und Rehabilitative Medizin,
Neuraltherapie, Akupunktur, Chirotherapie
- Chefärztin der Orthopädischen Abteilung

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Aktualisiert: Juni 2010

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