Hallux valgus von Dr. med. Petra Brückner
Inhalt:
Hallux valgus-
Allgemeine Übersicht
Allgemeine Übersicht: Unter Hallux valgus versteht man eine X-Fehlstellung der Großzehe. Es handelt sich um eine Abwinklung der Großzehe im Grundgelenk nach außen, Richtung Kleinzehe. Die Großzehe ist meist nach innen verdreht. Über dem typischen Großzehenballen findet sich ein häufig entzündeter und damit hoch schmerzhafter Schleimbeutel. Druck durch einen Schuh wird dann kaum noch toleriert. Durch den ständigen „Schuhkonflikt“ bilden sich Druckstellen und „Hühneraugen“. Die ursächliche
Spreizfußstellung führt zum Ungleichgewicht der Vorfußmuskulatur. Der
fehlerhafte Zug der am ersten Zeh ansetzenden Muskulatur verstärkt die
Fehlstellung allmählich. Im Verhältnis 4 : 1 gegenüber den Männern entwickeln vor allem Frauen einen Hallux valgus, vor allem ab dem mittleren Lebensalter. Fast immer ist der Hallux valgus Folge von Fußfehlformen wie Spreizfuß oder Plattfuß. Konstitutionelle
Bindegewebsschwäche oder eine Polyarthritis geht häufig mit einem Hallux valgus
einher. Auch unzweckmäßiges Schuhwerk, langes Stehen oder/und massives Übergewicht führen zu einer erhöhten Belastung des Vorfußes, dadurch zur Quergewölbeabflachung, Vorfußverbreiterung und muskulärer Dysbalance im Vorfußbereich. Hohe Absätze verlagern die Körperlast ebenfalls zu stark auf den Vorfuß. Spitze Schuhe drängen die
Großzehe in Richtung Kleinzehe und mindern deren Stützfunktion.
Diagnostik und Beschwerdebild bei
Hallux
valgus: Der Hallux valgus ist eine
„Blickdiagnose“. Die Abweichung der Großzehe und der sogenannte Frostballen sind
nicht zu verkennen. Beschwerdeführend sind
Schmerzen und Druckstellen am Fuß, nicht selten begleitet von Entzündungen der
druckanfälligen Regionen. Der natürliche Laufvorgang wird behindert und es kommt
zu Beschwerden beim Gehen und zu einer Verkürzung der Schrittlänge. Nicht selten
ist ein Hallux valgus mit Hammer- oder Krallenzehen vergesellschaftet. An den
jeweilig gebeugten Flächen kommt es dann zu schmerzhaften Druckstellen, es
bilden sich „Hühneraugen“ und Schwielen.
Therapie, Rehabilitation bei Hallux Valgus:
Nicht operative (konservative) Therapien: Vordergründig ist die
Behandlung des ursächlichen Spreizfußes. Es empfiehlt sich das Tragen bequemer,
fußgerechter Schuhe mit flachen Absätzen. Fußgymnastik wird mit dem Ziel
durchgeführt, die Zehenbeweglichkeit zu erhöhen und die Muskulatur zu kräftigen.
Fußbäder fördern die Durchblutung. Wesentlich ist die orthopädische Zurichtung
von Konfektionsschuhen (Einlagenversorgung mit speziell eingearbeiteten
Stützpelotten, ggf. Ballenrolle). Hilfsmittel wie
Nachtlagerungsschienen, Spreizfußbandagen und Zwischenzehenpolster können den
Hallux valgus und seine Ursache zwar nicht beseitigen, aber einer
Verschlimmerung des Ballenleidens entgegen wirken. Alle aufgeführten
konservativen Behandlungswege werden in unserer Abteilung angeboten. Die sehr enge Zusammenarbeit
mit unserem Orthopädie-Techniker (eine entsprechende Werkstatt befindet sich in
unserer Klinik) ist hervorzuheben.
Operative Therapie bei Hallux Valgus: Bei schwerer Fehlstellung,
ständigen Schmerzen und Schuhkonflikt ist die operative Versorgung notwendig.
Die Operation des Hallux valgus dient vorrangig der Wiederherstellung der
Funktion und der Schmerzlinderung, erst sekundär der Kosmetik. Welche
Operationsart in Frage kommt, ist u.a. vom Patientenalter und körperlicher
Aktivität, vom Ausmaß der Großzehenfehlstellung und Arthrosegrad des
Großzehengrundgelenkes abhängig. Vorzug wird Operationstechniken gegeben, die das Großzehengrundgelenk erhalten, zur Korrektur der Fehlstellung führen und eine stabile Versorgung des korrigierten ersten Mittelfußknochens erreichen. In einem geringen Anteil der
Fälle wird eine Gelenkteilentfernung durchgeführt. Die Ergebnisse einer Hallux valgus Operation sind, sowohl in kosmetischer als auch in funktioneller Hinsicht sehr gut und die Langzeitprognose als positiv zusammenzufassen. Nur in selten Fällen kommt
es zu einer erneuten Großzehenfehlstellung. Im Rahmen der
Operationsnachbehandlung werden Nachtlagerungsschienen zum Korrekturerhalt
eingesetzt, tägliche Fußbäder mit Zusätzen zur Wundpflege praktiziert und
temporär Spezialschuhe genutzt. Wir möchten Ihnen als
„Fußpatienten“ ein gutes Körperbewusstsein bezüglich des Fußes vermitteln. Dazu
gehört Information über fußgerechtes Schuhwerk und indikationsgerechte
Fußbehandlung.
So sollte es gelingen, dass
der Großzeh seiner Bedeutung beim Abrollvorgang wieder gerecht wird.
Ihre Dr. Petra Brückner
Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht Ihnen unsere Chefärztin im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz. Sie möchten diesen Artikel ausdrucken? Markieren Sie den gewünschten Text, gehen Sie in der Symbolleiste auf "Datei", dann auf "Drucken", danach "Markierung" anklicken und dann erst drucken, denn sonst verlieren Sie durch die nachfolgende Themenübersicht unnötiges Papier
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